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Politik will Angebote der betrieblichen Altersversorgung (bAV) verbessern

Josef Bader (DGbAV) überzeugt: Krankenkassenbeiträge für Betriebsrenten können durch DG-Gruppe halbiert werden

Mittwoch, 25 Juli 2018 15:00 geschrieben von  Sandra Weiss
Josef Bader ist Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung Beratung und Betreuung mbH (DGbAV) und Vorstand der DG-Gruppe Josef Bader ist Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung Beratung und Betreuung mbH (DGbAV) und Vorstand der DG-Gruppe Quelle: PERFORMANCE ALLURE

Wemding – Millionen Arbeitnehmer nutzen die Möglichkeit, ihre absehbar dürftige gesetzliche Rente durch eine betriebliche Altersversorgung (bAV) aufzustocken, die sie über ihren Arbeitgeber abschließen. Sie haben einen Anspruch auf Entgeltumwandlung, also darauf, dass ein Teil ihres Bruttoeinkommens für eine spätere Betriebsrente gespart wird. Die betriebliche Altersvorsorge wird vom Staat zudem durch die Riester­-Förderung finanziell unterstützt. Das seit Januar dieses Jahres geltende Betriebsrentenstärkungsgesetz verbessert die Förderung der bAV weiter. Mit dem Ansparen von Lohnbestandteilen für eine Betriebsrente, der finanziellen Unterstützung des Arbeitgebers und Steuervorteilen in der Ansparphase hoffen immer mehr Deutsche, sich ein finanzielles Polster für den Ruhestand aufbauen zu können.

Bislang hat das Betriebsrenten-Modell trotz aller Vorteile einen Nachteil: Rentner müssen bei der Auszahlung der Betriebsrente die vollen Krankenkassenbeiträge zahlen, wodurch das Polster der betrieblichen Altersvorsorge um knapp 20 Prozent schmilzt. Anders als bei der gesetzlichen Rente tragen Rentner im Rahmen einer bAV nicht nur den Arbeitnehmeranteil des Krankenkassenbeitrags, sondern die kompletten Kosten. Der „Tagesspiegel“ schreibt dazu: „Seit 14 Jahren werden Ruheständler, die gesetzlich krankenversichert sind und eine Betriebsrente beziehen, zur Kasse gebeten: Auf ihre betriebliche Zusatzvorsorge müssen sie statt des halben den vollen Krankenversicherungsbeitrag von 14,6 Prozent und den Pflegesatz von 2,55 Prozent zahlen. Etwa 5,5 Millionen Rentner sind betroffen.“ Die Doppelbelastung geht auf ein Gesetz der rot-grünen Bundesregierung aus dem Jahr 2003 zurück, das vordergründig die Finanzlage der Krankenversicherungen stabilisieren sollte. Politiker von SPD und Grünen nahmen damals die Betriebsrenten ins Visier, für die gesetzlich versicherte Rentner bis dato bloß den halben Beitragssatz zahlen mussten. Seit 2004 müssen Betriebsrentner, die gesetzlich krankenversichert sind, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeitrag komplett zahlen.

Nun werden in der Politik Stimmen laut, den Kassenbeitrag für die Betriebsrente zu halbieren. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagt: „Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass auf Betriebsrenten der volle Krankenkassenbeitrag gezahlt werden muss. Gerade in Zeiten, in denen Altersvorsorge über die gesetzliche Rente hinaus immer wichtiger wird, ist es falsch, diese Vorsorge so hoch zu belasten. Deshalb werden wir mit Gesundheitsminister Spahn darüber verhandeln, wie wir das möglichst schnell ändern können.“

In der Vergangenheit scheiterten Änderungen der bAV-Beitragsregelung am politischen Widerstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Nun haben aber auch Unionsvertreter Reformbereitschaft signalisiert. Die CSU-Sozialpolitikerin Emmi Zeulner und Carsten Linnemann (CDU), Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU, haben Anträge in den Bundestag eingebracht, in denen ihre Abgeordnetenkollegen aufgefordert werden, die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für die Betriebsrente zu halbieren. Nach Medienberichten soll Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Plänen für eine Entlastung der Betriebsrenten-Bezieher wohlwollend gegenüberstehen. Sollten die Reformpläne eine Mehrheit im Bundestag finden, könnten Millionen Rentner von der finanziellen Entlastung profitieren.

Nutznießer der Neuregelung dürfte auch der Betriebsrenten-Profi Josef Bader als Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung Beratung und Betreuung mbH (DGbAV) sein. Das Unternehmen wendet sich mit kundenspezifischen Beratungsangeboten an alle, die als Arbeitnehmer und Arbeitgeber, aber auch als Finanzdienstleister, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwälte mit Fragen der betrieblichen Altersversorgung zu tun haben. Das DGbAV-Team will sie schnell und kompetent durch das bAV-Dickicht mit den fünf Durchführungswegen Pensionsfonds, Pensionskasse, Direktversicherung, Unterstützungskasse und Pensionszusage und alternativ Zeitwertkonten lotsen. Das eigene Tätigkeitsfeld wird so beschrieben: „Die DGbAV unterstützt Unternehmen, deren steuerliche Berater und Mitarbeiter bei der Einführung und der Handhabung der bAV. Durch Vorträge und individuelle Beratungsgespräche legen wir allen Beteiligten dar, wo die Potenziale von bAV, Entgeltumwandlung und neuen gesetzlichen Bestimmungen wie z.B. der Portabilität von Versorgungsansprüchen liegen. Eine große Anzahl zertifizierter bAV-Spezialisten der DGbAV gewährleistet deutschlandweit die nötige Personalstärke für die Einzelberatung und ermöglicht eine reibungslose sowie kompakte Einrichtungsphase – gerade auch bei großen Unternehmen.“ Ganz konkret geht es um die Einführung der Entgeltumwandlung, die Schulung von Mitarbeitern, die Überprüfung von Pensionszusagen, die liquiditätsschonende Auslagerung von Versorgungsverpflichtungen und das stetige Abklopfen der betrieblichen Versorgungssysteme auf veränderte Rechtslagen.

Kopf der im bayerischen Wemding ansässigen DGbAV ist Josef Bader, der im Versicherungsgewerbe schon einige Höhen und Tiefen erlebt hat, aber mit seinen Beratungsleistungen im weiten Feld der bAV nun wieder gut im Geschäft sein soll. Bader ist auch Geschäftsführer der DG-Gruppe Beratung und Betreuung GmbH, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Vermögensentwicklung mbH (DGVE) und Vorstand der DG-Gruppe AG. Die 2003 gegründete DG-Gruppe AG ist eine Finanzdienstleistungs-Holding, die seit dem 12. März 2015 im Freiverkehr der Hanseatischen Wertpapierbörse gelistet ist und zusätzlich zum bAV-Kerngeschäft weitere Beratungsleistungen im Segment der Vergütungsoptimierung anbietet. Im März 2015 hieß es unternehmensseitig mit Blick auf die Aktien-Emission: „Die DG-Gruppe AG vollzieht den Schritt zum Kapitalmarkt in einer Phase positiver Entwicklungen und Perspektiven. Durch die Übernahme von rund 70 Firmenmandaten eines Münchner Beratungshauses wurde die Marktbedeutung gesteigert.“

Für Aktionäre dürfte das Wertpapier der DG-Gruppe AG nicht nur wegen der Attraktivitätssteigerung von Betriebsrenten durch die politisch gewollte Halbierung der Krankenversicherungsbeiträge interessanter werden. Online-Medien berichteten vor Kurzem, dass der Mehrspartenversicherer Assicurazioni Generali SPA Interesse an der DG-Gruppe AG habe und diese möglicherweise übernehmen wolle. Für die Aktienkurse sind solche Nachrichten natürlich ein Treibmittel.

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