Login

Wemding – Millionen Arbeitnehmer nutzen die Möglichkeit, ihre absehbar dürftige gesetzliche Rente durch eine betriebliche Altersversorgung (bAV) aufzustocken, die sie über ihren Arbeitgeber abschließen. Sie haben einen Anspruch auf Entgeltumwandlung, also darauf, dass ein Teil ihres Bruttoeinkommens für eine spätere Betriebsrente gespart wird. Die betriebliche Altersvorsorge wird vom Staat zudem durch die Riester­-Förderung finanziell unterstützt. Das seit Januar dieses Jahres geltende Betriebsrentenstärkungsgesetz verbessert die Förderung der bAV weiter. Mit dem Ansparen von Lohnbestandteilen für eine Betriebsrente, der finanziellen Unterstützung des Arbeitgebers und Steuervorteilen in der Ansparphase hoffen immer mehr Deutsche, sich ein finanzielles Polster für den Ruhestand aufbauen zu können.

Wemding – Obwohl die Angst der Deutschen vor Altersarmut groß ist, weil sie um die Dürftigkeit des gesetzlichen Rentenniveaus wissen, sorgen sie kaum privat für das Alter vor. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Fondsgesellschaft Fidelity International. Laut dieser Befragung wünschen sich 64 Prozent der Arbeitnehmer, dass ein Teil ihres Gehalts automatisch in eine betriebliche Altersversorgung (baV) umgewandelt wird. Bei diesem sogenannten „Opt Out“-Modell müsste der Arbeitnehmer aktiv widersprechen, damit es nicht zu dieser Gehaltsumwandlung kommt. Die „Wirtschaftswoche“ fasst diese demoskopischen Befunde so zusammen: „Zwei von drei Befragten möchten zu ihrem Glück gezwungen werden. Dabei geben in derselben Umfrage in etwa ebenso viele Arbeitnehmer an, sich gut über die betriebliche Altersvorsorge informiert zu fühlen. Offenbar wünschen sich also viele Deutsche eine Betriebsrente, kennen sich mit dem Thema auch aus – und werden doch nicht selbst tätig.“

Wemding - Die betriebliche Altersversorgung (bAV) ist für die Gewerkschaften eine ganz wichtige Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung. Das unterstrich auch der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) Jörg Hofmann: „Die Betriebsrente ist eine anerkannte Sozialleistung. Für die Gewerkschaften bleibt die Betriebsrente das Mittel der Wahl der zusätzlichen Altersvorsorge, weil sie die Arbeitgeber einbezieht. Denn mit betrieblicher Altersvorsorge ist nicht gemeint: Der Arbeitgeber organisiert und der Arbeitnehmer zahlt. In tausenden Unternehmen der Metall und Elektroindustrie haben seit Jahrzehnten Arbeitgeber und Betriebsräte tragfähige Betriebsrentensysteme vereinbart. Das muss auch in Zukunft so bleiben.“