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Energievertrieb mischt Privatkundenmarkt mit Ökostromverträgen auf

AVALO Energy: "AVALO-greenPower“ mag die Energiewende in Europa vorantreiben

Dienstag, 27 Februar 2018 21:48 geschrieben von  Sandra Weiss
AVALO Energy: "AVALO-greenPower“ mag die Energiewende in Europa vorantreiben Quelle: Screenshot vom 27.02.2018 | http://www.avalo-energy.com

London - Crowdfunding, auf Deutsch Gruppen- oder Schwarmfinanzierung, ist längst zum Geldbeschaffungsmodell für unterschiedliche Projekte, Produkte und Geschäftsideen geworden. Idealtypisch wird durch einen im Internet aktivierten Personenkreis eine bestimmte Kapitalmenge aufgebracht, mit der ein genau umrissenes Projekt in Angriff genommen wird. Im Verhältnis zur eingeworbenen Gesamtsumme leistet jedes Mitglied des Schwarms (englisch: „crowd“) einen vergleichsweise geringen Anteil, aber die Vielzahl an Geldgebern ebnet eben neue Finanzierungswege. Als Gegenleistung für seinen Finanzierungsbeitrag bekommt jeder Crowdfunder Unternehmensbeteiligungen, Sachleistungen oder Geld angeboten.

Auch Unternehmen, die mit der Förderung erneuerbarer Energien einen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen, greifen zur Deckung ihres Kapitalbedarfs immer häufiger auf Crowdfunding-Ansätze zurück. Die AVALO Europe Ltd. hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, mit dem Stromtarif „AVALO-greenPower“ zum größten Energievertrieb Europas zu werden. Das in London ansässige Öko-Unternehmen beschreibt seine Geschäftsphilosophie für die Vermittlung von Stromverträgen so: „AVALO wird, wo immer in den Ländern Europas möglich, ‚Green Energy‘ aus erneuerbaren Energien anbieten. Dadurch will AVALO europaweit Verbraucher für mehr ökologisches und nachhaltiges Denken und Handeln sensibilisieren. Das alles zu einem fairen Preis, der dem Kunden die Entscheidung für ‚AVALO-greenPower‘ einfach macht.“

Mithilfe der AVALO-Crowd sollen in verschiedenen europäischen Ländern zunächst 30.000 Reservierungsaufträge gesammelt und damit 30.000 zukünftige Stromkunden geworben werden. Dann bekommt jeder der 30.000 potenziellen Stromabnehmer elektronisch ein Angebot zugeschickt, das er annehmen oder natürlich auch ablehnen kann. Im Erfolgsfall erhält der AVALO-Vertriebspartner eine Provision. Mit einer weltweit vernetzten Investorengruppe im Rücken arbeitet AVALO Energy derzeit ausschließlich mit dem Stromanbieter e:mondo zusammen.

Bis zum 31. Dezember 2018 läuft die Aktion „Vom Member zum Associate zum Shareholder“, mit der man neue Partner für den Massenvertrieb des Stromproduktes „AVALO-greenPower“ gewinnen will. Den Partnern steht ein leistungsabhängiges Einkommen aus mehreren Komponenten zu. Das finanzielle Gesamtpaket besteht aus Prämien für neu gewonnene Stromkunden sowie Neumitglieder im Vertriebsteam, kostenlosen Stromlieferungen, einer dauerhaften Beteiligung an allen Einkünften aus dem Stromgeschäft und einer Unternehmensbeteiligung in Form von Aktien. Die Partner können so eigene Unternehmensanteile an dem Partner-Energieversorger erwerben und so dauerhaft am Erfolg teilhaben. Die Vertriebspartner agieren innerhalb eines „Board Plans“ mit den drei Karriereebenen „Beginner Level“, „Expert Level“ und „Champion Level“ und sind dazu angehalten, einmalig zwei direkte Energieverträge und zwei direkte Vertriebspartner zu vermitteln. Die Energieverträge sind dann für jedes der drei Erfolgslevel zu erbringen, also jeweils zwei Energieverträge für das „Beginner Level“, „Expert Level“ und „Champion Level“.

Auf seiner Internetseite informiert das Vertriebsnetzwerk über die Verdienstmöglichkeiten der Partner: „Wenn das Board im Beginner Level vollständig gefüllt ist und das Mitglied seine Qualifikation von zwei selbst vermittelten Energieverträgen (bzw. Reservierungsaufträgen) und zwei direkten neuen Mitgliedern erreicht hat, wird eine Provision von 700 Euro für die Vermittlung von eigenen und Team-Energieverträgen ausgeschüttet. Sobald in diesem Board 30 Energieverträge (bzw. Reservierungsaufträge) durch das Mitglied selbst und/oder durch direkte und/oder indirekte Mitglieder vermittelt worden sind, wird eine weitere Provision von 800 Euro ausgeschüttet.“ Wenn dieses Ziel innerhalb von zwei Wochen erreicht wird, gibt es eine Sonderprovision in Höhe von 1.000 Euro. Vom „Beginner Level“ wechselt der Vertriebspartner in das „Expert Level“. Wenn das Board in diesem Level vollständig gefüllt ist, wird eine Provision von 9.000 Euro für die Vermittlung von eigenen und Team-Energieverträgen beziehungsweise Reservierungsaufträgen gezahlt. Als Bonusleistung gibt es für 12 Monate kostenfreie Stromlieferungen. Der Partner hat übrigens die Möglichkeit, den Anspruch auf Gratis-Strom an einen Begünstigten seiner Wahl zu übertragen.

Im „Champion Level“ warten auf den AVALO-Vertriebspartner satte Prämien und lebenslange Sondervergünstigungen. Der Londoner Energievertrieb erklärt dazu: „Wenn das Champion Level vollständig gefüllt ist, wird eine Provision von 50.000 Euro für die Vermittlung von eigenen und Team-Energieverträgen (bzw. Reservierungsaufträgen) ausgeschüttet. Zusätzlich gibt es eine monatlich wiederkehrende Auszahlung von 5.000 Euro für die Vermittlung von direkten und indirekten Energieverträgen (bzw. Reservierungsaufträgen) über das Team sowie zusätzlich ein Leben lang Strom kostenfrei.“ Die Monatszahlungen können durch das Mitglied auch vererbt und die kostenlosen Stromlieferungen an eine Person freier Wahl verschenkt werden. Die Stornorate darf aber 10 Prozent nicht übersteigen.

Im Gegensatz zu unseriösen Vertriebspraktiken des Netzwerk-Marketings, bei dem Kunden als selbstständige Vertriebspartner weitere Kunden anwerben sollen, steht bei AVALO Energy nicht die Aufnahme neuer Vertriebsleute im Mittelpunkt, sondern der Abschluss neuer Strom- beziehungsweise Energieverträge an Endkunden. Auch kritische Marktbeobachter attestieren dem Unternehmen eine klare Trennung zwischen Kunden- und Vertriebspartnerstruktur und stellen fest, dass den Partnern die AVALO-Produkte natürlich nicht vorenthalten werden, aber keinerlei Kaufpflicht oder Zwangsabnahme besteht. Im Hinblick auf die Provisionshöhe gibt es keine Unterschiede zwischen dem Stromvertrag eines klassischen Endkunden und dem eines AVALO-Partners. Unternehmensseitig werden keine Zielgruppenvorgaben für die Vertriebspartner gemacht, da Strom ja von jedem Haushalt gebraucht wird. Nicht bedient werden lediglich gewerbliche Stromkunden. AVALO versucht auch nicht, seinen Vertriebspartnern kostenpflichtige Wareneinstiegs- oder Informationspakete anzudrehen, wie es bei zu Recht vielkritisierten Strukturvertrieben üblich ist.

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