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Ex-Tennisstar mit Amtssitz in Brüsseler Botschaft des afrikanischen Landes

Boris Becker ist nun Sonderbotschafter der Zentralafrikanischen Republik in der EU

Montag, 14 Mai 2018 21:54 geschrieben von  xy
Ion Tiriac, Boris Becker und Entourage Ion Tiriac, Boris Becker und Entourage Quelle: xy

Brüssel - Als Tennisspieler hat Boris Becker alles erreicht, was man erreichen kann. Er gewann 49 Turniere im Einzel, darunter sechs Grand-Slam-Turniere und davon wiederum dreimal das Turnier von Wimbledon. Im Doppel gewann der Olympia-Sieger insgesamt 15 Titel. Der jüngste Wimbledon-Sieger aller Zeiten führte zwölf Wochen die Weltrangliste an. Nach dem Ende seiner sensationellen Sportlerkarriere und seiner Zeit als Tennislehrer versuchte sich der 1967 im baden-württembergischen Leimen Geborene mit wechselhaften Erfolgen in der Geschäftswelt. Er wurde Fernseh-Kommentator, Pokerspieler, Werbeträger, Autohaus-Eigentümer und Mitinhaber eines Internet-Portals.Im Juni 2017 erklärte ihn ein Londoner Konkursgericht für zahlungsunfähig.

Aber Boris Becker hat sich trotz vieler beruflicher Rückschläge und einer Bewährungsstrafe wegen Steuerhinterziehung im Jahr 2002 seine Steherqualitäten bewahrt. Immer wieder sucht er neue Aufgaben und Herausforderungen auf für ihn unbekanntem Terrain. Man könnte auch sagen, dass er sich stets neu erfindet und die Öffentlichkeit damit in Erstaunen versetzt.

Genau das gelang ihm im April mit seiner Ernennung zum Sonderattaché für Sport und kulturelle Angelegenheiten der Zentralafrikanischen Republik in der EU. Als er von Präsident Faustin Archange Touadéra und Botschafter Daniel Emery Dede in der zentralafrikanischen Botschaft in Brüssel offiziell ins Amt eingeführt wurde, sagte Becker: „Ich fühle mich sehr geehrt, dass diese anspruchsvolle Aufgabe an mich herangetragen wurde. Ich werde in meiner neuen Funktion alles daran setzen, die Zentralafrikanische Republik, die noch eine Vielzahl von wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Problemen zu bewältigen hat, auf ihren mit dem Präsidenten Touadéra begonnen Weg zu unterstützen.“ Der ehemalige Tennisstar nannte es sein Ziel, mit seinem internationalen Beziehungsnetzwerk „einen Beitrag dafür zu leisten, das Land für die Bevölkerung sicher und lebenswert zu machen“.

Das ist auch bitter nötig, wie das Auswärtige Amt betont. Die Zentralafrikanische Republik gehöre zu den ärmsten Ländern der Welt und verfüge über keine nennenswerte Infrastruktur. Nach einem politischen Umsturz im Jahr 2013 habe sich die Versorgungslage im Land weiter verschlechtert. Das Land, dem Faustin Archange Touadéra als Präsident seit 2016 vorsteht, sei weitgehend auf internationale Hilfe angewiesen. Der Staatschef erklärte deshalb seine große Freude darüber, „dass sich ein Weltstar wie Boris Becker mit seinen umfangreichen internationalen Beziehungen bereit erklärt hat, unser seit Beginn meiner Präsidentschaft im Aufbruch befindliches Land zu begleiten“. Mit der Ernennung Beckers solle „ein weiteres Zeichen für Frieden und Stabilität“ in dem Land mit etwa 4,7 Millionen Einwohnern gesetzt werden.

Nach Medienberichten wird das frühere Tennis-Ass die Tätigkeit ehrenamtlich ausüben. Becker sagte zu seiner Motivation: „Es gibt zwei Verständigungsformen auf der Welt die von allen Menschen verstanden werden, egal welche Hautfarbe, Religion oder politische Gesinnung. Das sind Musik und Sport. Bei letzterer kenne ich mich aus.“ Er äußerte sich auch politisch, als er zu bedenken gab, dass die Bewältigung der Flüchtlingskrise in Europa nur dadurch erfolgen könne, „dass sich die Lebensbedingungen in den vom Wegzug betroffenen Regionen und Ländern gravierend verbessern“.

Letzte Änderung am Donnerstag, 24 Mai 2018 00:24
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