Login

Freigegeben in Geld

Arbeitsmarkt überfordert

Andrea Nahles (SPD) gibt zu: Asylkrise bringt deutlich mehr Hartz-IV-Empfänger mit sich

Montag, 19 Oktober 2015 03:15 geschrieben von 
Andrea Nahles, SPD Andrea Nahles, SPD Quelle: SPD | Foto: Dominik Butzmann

Berlin - Schon vor einigen Wochen wies Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) darauf hin, dass die Zahl der Hartz-IV-Empfänger in Folge der Asylkrise um etwa eine Million ansteigen könnte. Insofern ist die aktuelle Entwicklung für die Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit (BA) nicht überraschend. Dies lässt sich nun auch an konkreten Zahlen ablesen. Laut offiziellen Zahlen der BA ist die Zahl der Hartz-IV-Bezieher im Juni um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen.

 

Im Juni stammte jeder 16. Hartz-IV-Bezieher aus einem Asylzugangsland. Vor etwa einem Jahr war es nur jeder 20. Hartz-IV-Bezieher. Insgesamt lag die Zahl der Hartz-IV-Bezieher aus Asylzugangsländern im Juni bei 435.800 Personen. Mehr als 66.000 stammten aus Syrien, mehr als 38.000 aus dem Irak und rund 27.000 aus Afghanistan, geht aus den neuesten BA-Zahlen hervor. 

Vor allem Syrer sind am Zuwachs beteiligt. So stieg die Zahl der syrischen Hartz-IV-Bezieher innerhalb eines Jahres um 123 Prozent. Auch Eritreer, Afghanen und Somalier finden hier offensichtlich nur schwer einen Job – und sind der Statistik zufolge öfters auf Hartz IV angewiesen. Für das kommende Jahr stellt sich die BA auf rund 130.000 zusätzliche arbeitslose Flüchtlinge ein.

Hierfür soll das Personal in den Arbeitsagenturen deutlich aufgestockt werden. Laut dem Chef der BA, Frank-Jürgen Weise sollen 2.000 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden. 200 neue Jobvermittler wurden bereits genehmigt, nun soll eine weitere Verstärkung um 700 Mitarbeiter erfolgen.

Prognosen zufolge ist davon auszugehen, dass etwa 90 Prozent der anerkannten Asylbewerber zunächst auf Hartz IV angewiesen sein werden. BA-Mitarbeiter werden nun in Sprachkursen und mit anderen speziellen Angeboten auf den kulturellen Hintergrund der Asylbewerber vorbereitet. Zudem profitiere die Bundesagentur von der Internationalität ihrer Mitarbeiter. „16 Prozent der BA-Mitarbeiter haben einen Migrationshintergrund.“

Schätzungen zufolge wird jeder anerkannte Asylbewerber vier bis acht Familienangehörige nachziehen lassen. Das wird zur Folge haben, dass die Sozialkassen in Deutschland noch einer weitaus stärkeren Belastung ausgesetzt sein werden. Nur ein sehr geringer Teil der nach Deutschland kommenden Asylbewerber bringt die Voraussetzungen mit, in den hiesigen Arbeitsmarkt integriert werden zu können.

Artikel bewerten
(2 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten