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Klimaschutz

Bauernverband fordert mehr Energie aus Biogas

Montag, 24 November 2014 18:51 geschrieben von 
Biogasanlage Biogasanlage Foto: Martina Nolte | CC-BY-SA-3.0-de

Berlin - Wie der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, erklärte, fordert der Deutsche Bauernverband eine stärkere Einbeziehung der Bioenergie.

Angesichts der ehrgeizigen Klimaschutzziele der Bundesregierung verwundere es, dass Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) die Energiegewinnung aus Pflanzen, wie beispielsweise Mais und Raps, oder aus Gülle nicht weiter vorantreibe. 66 Millionen Tonnen CO2-Emissionen könne man durch Bioenergie für Strom, Wärme und Kraftstoffe jedes Jahr vermeiden, so Krüsken. "Dies entspricht fast der Menge, die jährlich durch die Landwirtschaft freigesetzt wird." Bei entsprechender Förderung könnten bis 2020 weitere fünf bis zehn Millionen Tonnen eingespart werden.

2014 konnten die Bauern nach eigener Angabe fast 99 Millionen Tonnen Silomais und somit 20 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr einfahren. Nach Einschätzung des Verbandes und des Fachverbandes Biogas könnten Bauern durch Biogasanlagen wesentlich ihre Erlöse stabilisieren. So hätten sich beispielsweise viele süddeutsche Landwirte aufgrund der diesjährigen guten Maisernte und dem entsprechend bereits gedeckten Lebensmittelmarkt entschieden, ihren übrigen Mais eher als geplant zu ernten und an Biogasanlagen zu verkaufen. Auch in schlechten Erntejahren würden Biogasanlagen den Bauern helfen. Da diese fast jedes pflanzliche Material vergären können und sehr geringe Ansprüche an die Qualität des Substrates stellen, konnte so auch in verregneten Monaten, wie etwa diesen August, das feuchte Getreide, welches unbrauchbar für die Lebensmittelindustrie war, noch sinnvoll verwertet werden. "Die Vermarktung von Erntemengen an Biogasanlagen ist damit ein wichtiger Puffer, der wie ein Sicherheitsnetz in angespannten Marksituationen wirkt", erklärt Udo Hemmerling, Stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes. Für Bauern sei dies meist die letzte Option die minderwertige Ernte noch abzusetzen. "Die Option Biogasanlage stützt damit die Wertschöpfung im Ackerbau und in der gesamten Landwirtschaft."

Anders sieht das der Naturschutzbund (NABU) Schleswig-Holstein. Weder seien derartige Anlagen besonders energieeffizient, noch leisteten sie einen positiven Beitrag zum Klimaschutz. Da 90 Prozent der Biogasanlagen Mais nutzten und nur zu geringen Teilen die vom Bauernverband erwähnten Missernten oder Abfälle, würde immer mehr Anlagenmais angebaut, der Boden, Grundwasser, Seen und Fließgewässer sowie die Biodiversität schädige. Zudem sei der Anbau energieintensiv und häufig werde der Mais anschließend unter Treibstoffverbrauch über weite Strecken abtransportiert. Der Energiegewinn sei selten höher als der Energieverbrauch.

Bundesumweltministerin Hendricks will ihren Klimaschutzaktionsplan kommenden Mittwoch im Kabinett vortragen. Angeblich sei bei Einhaltung des Planes das Ziel von 40 Prozent Emissionsreduktion bis 2020 im Vergleich zu 1990 doch noch realisierbar. Expertenschätzungen gehen derzeit von maximal 33 bis 35 Prozent aus. Der Plan soll unter anderem auch Anreize für Gebäudesanierung und Elektrofahrzeuge vorsehen.

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