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Wie denkmalgeschützte Wohnimmobilien zu Anlageobjekten werden

Dolphin Trust-Chef Charles Smethurst profiliert sich als Denkmal-Sanierer

Dienstag, 08 Mai 2018 20:23 geschrieben von  Sandra Weiss
Charles Smethurst von Dolphin Trust Charles Smethurst von Dolphin Trust Quelle: Dolphin Trust

Langenhagen - Ein Unternehmer ist jemand, der geschäftlich etwas unternimmt, jemand, der sich wirtschaftliche Ziele setzt und den Markt von sich überzeugen kann. Nach dieser Definition hat sich Immobilien-Sanierer Charles Smethurst den Titel „Unternehmer“ wirklich verdient. Erst vor Kurzem wurde einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, dass der Deutsch-Brite nicht nur Gründer und Geschäftsführer der Dolphin Trust GmbH aus dem niedersächsischen Langenhagen ist, sondern in gleicher Funktion auch für die German Project Sourcing GmbH tätig ist. Offensichtlich geht es um Kompetenzbündelung und Synergieeffekte, schließlich haben sich beide Unternehmen auf die Nutzbarmachung denkmalgeschützter Immobilien und anderer historischer Gebäude spezialisiert. In beiden Fällen dreht sich alles um das Auffinden, Bewerten und Herrichten von leerstehenden Denkmal-Objekten, aus denen im Sinne der Investoren begehrter Wohnraum gemacht wird.

In der Eigenwerbung bezeichnet Dolphin Trust seine Mitarbeiter als „Baumeister und Denkmalexperten, Projektentwickler und Architekten, Marktspezialisten und Managementprofis, detailverliebt und visionär, unermüdlich und am Puls der Zeit, konzentriert und erfolgreich“. In enger Kooperation mit verschiedenen Partnerunternehmen arbeite man daran, „Baudenkmale fachgerecht zu sanieren und dauerhaft bewohnbar zu machen“. Nach eigenen Angaben bewirtschaftet man derzeit ein Portfolio von rund 60 Immobilienprojekten mit einem Investitionsvolumen von rund einer Milliarde Euro. Die German Project Sourcing GmbH beschreibt ihr Tätigkeitsfeld ganz ähnlich: „Eine besondere Herausforderung ist die Implementierung von Wohnkonzepten in ursprünglich anders genutzten Immobilien. Militäranlagen aus dem 19. und 20. Jahrhundert, historische Amts- und Schulgebäude, Industriebauten, Klöster und Brauereien sind bereits Teil unseres Portfolios und konnten durch unsere konstruktive Due Diligence erfolgreich für Wohnzwecke umgewidmet werden.“

Die Unternehmen zehren bei ihren Aktivitäten von den exzellenten Kontakten, die Charles Smethurst in die Planungs-, Baufinanzierungs- und Bauausführungsbranche hat. Er kann sich auf ein vor langer Zeit aufgebautes Netzwerk aus Eigentümern, Maklern, Behörden, Projektentwicklern, Architekten und Bauträgern stützen, das einen schnellen Zugriff auf renditeträchtige Liegenschaften hat.

Aber wer ist dieser umtriebige Mann mit einem Faible für denkmalgeschützte Immobilien? Charles Smethurst wurde 1960 im nordrhein-westfälischen Ratingen als Sohn eines Offiziers der britischen Streitkräfte und einer Fremdsprachenkorrespondentin geboren. In seiner Geburtsstadt besuchte er die Schule und studierte dann in Köln Rechtswissenschaften. Nach dem Studium trat er in ein großes europäisches Handelsunternehmen ein und übernahm dort schnell leitende Positionen. Als Planungschef für den europäischen Markt verantwortete er Jahresumsätze von weit mehr als einer halben Milliarde Euro. Nach zwanzigjähriger Konzernerfahrung reizte Smethurst die berufliche Neuorientierung und der Sprung in die Selbstständigkeit. Er gründete ein eigenes Unternehmen und etablierte sich als Kaufmann in der Immobilienwirtschaft trotz eines schwierigen Marktumfeldes. Als Gründer, Eigner und Geschäftsführer der Dolphin Trust GmbH leitet er seit dem Jahr 2008 sowohl strategisch als auch operativ einen ganzen Unternehmensverbund, der auf die Bewohnbarmachung denkmalgeschützter Immobilien und deren Vermarktung ausgerichtet ist. Renditesuchenden Investoren, die der Vermögensvernichtung durch Nullzinsen entgehen wollen, bietet er Beteiligungsmöglichkeiten an der Erhaltung, Sanierung und Verwertung altehrwürdiger Immobilien. Gleiches gilt für Neubauprojekte. Der britische Staatsbürger ist verheiratet, Vater zweier Kinder und hat seinen deutschen Wohnsitz in der Nähe von Hannover.

Die meisten Smethurst-Kunden wollen Kapital vernünftig anlegen, aber nicht selbst in Villen, Fachwerkhäuser, Schlösser oder Industriegebäude einziehen. Wer hier Geld verdienen will, braucht einen langen Atem von der Kaufvertragsunterzeichnung bis zur Fertigstellung der Wohnimmobilie. Grund für die Verzögerungen sind regelmäßig die behördlichen Denkmalschutz-Auflagen. Immobilien-Sanierer müssen ständig technische und kaufmännische Risikoabschätzungen vornehmen. In die Gesamtbeurteilung fließen Lage, Bauqualität, Altlasten und Ausstattung der sanierungsbedürftigen Immobilien ein. Unverzichtbar sind auch Objektbegehungen, Wertgutachten und Machbarkeitsstudien. Erst wenn alles das von Fachleuten abgeklopft und seriös durchkalkuliert ist, kann an den Immobilienkauf, die Sanierungsarbeiten und die Vermietung gedacht werden. Wen das alles nicht abschreckt beziehungsweise wer die Projektentwicklung in die Hände eines markterfahrenen Unternehmens gibt, hat eine hochsolide Kapitalanlage im Portfolio.

Der Berliner „Tagesspiegel“ schrieb dazu: „Denkmal-Immobilien sind nicht nur wegen ihrer besonderen Geschichte beliebt, sondern gelten vor allem auch als lukrative Geldanlage. Der Fiskus fördert den Erhalt solcher schützenswerter Immobilien. Die Ausgaben für die meist teure Sanierung sind steuerlich absetzbar. Wer sein Denkmal selbst bewohnt, kann über zehn Jahre insgesamt 90 Prozent dieser Ausgaben bei der Einkommenssteuer geltend machen, Kapitalanleger sogar über zwölf Jahre hinweg. Allerdings müssen die Eigentümer der Denkmal-Immobilien einige Formalien beachten. Der Antrag auf die steuerliche Bescheinigung muss vor Sanierungsbeginn gestellt und bestätigt werden. Nachträglich dürfen die Behörden keine solchen Anträge bewilligen. Ohne das Papier gibt es keine Abschreibung.“

Letzte Änderung am Donnerstag, 10 Mai 2018 04:51
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