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Wie denkmalgeschützte Gebäude zu rentablen Wohnimmobilien werden

Shinhan Investment Corp. informierte sich bei Charles Smethurst über Projekte der Dolphin Trust GmbH

Dienstag, 24 Juli 2018 18:20 geschrieben von  Sandra Weiss
Vertreter der Shinhan Investment Corp. nahmen mit Charles Smethurst an Veranstaltungen in Jüterbog und Berlin teil. Vertreter der Shinhan Investment Corp. nahmen mit Charles Smethurst an Veranstaltungen in Jüterbog und Berlin teil. Quelle: Dolphin Trust

Langenhagen – Vor wenigen Wochen bekam die auf das Herrichten von Denkmal-Immobilien spezialisierteDolphin Trust GmbH hohen Besuch. Eine Delegation der Shinhan Investment Corp. aus Südkorea informierte sich in der Firmenzentrale in Langenhagen über die derzeitigen Projekte des Immobilienentwicklers. Die Südkoreaner besuchten unter anderem das brandenburgische Jüterbog, wo Dolphin-Geschäftsführer Charles Smethurst seine Ideen für die Sanierung eines historischen Kasernengeländes vorstellte. Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue hieß die Besucher in seiner Gemeinde willkommen. Danach präsentierte der Architekt Kai-Uwe Schott seine Pläne für die Entwicklung eines neuen Quartiers in der 12.500-Einwohner-Stadt. Bei einer Informationsveranstaltung in Berlin stellte Dolphin Trust am Folgetag weitere Immobilienprojekte aus ganz Deutschland vor. In Vorträgen informierten Berlins ehemaliger Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Prof. Dr. Volker Eichener und Charles Smethurst über Entwicklungen auf dem deutschen Immobilienmarkt sowie demografische und städtebauliche Themen.

Im Frühjahr dieses Jahres wurde auf dem historischen Kasernengelände in Jüterbog mit den Aufräum- und Absicherungsmaßnahmen begonnen. Das vom Leipziger Architekturbüro Mann & Schott entwickelte Umnutzungskonzept sieht für die in der Nähe Berlins gelegene Immobilie Unterschiedliches vor. Dazu gehören auch Eventflächen mit einer Paintball-Anlage. Erste Baumaßnahmen für ein von der Polizei gepachtetes und genutztes Areal wurden bereits abgeschlossen.

Die vom Deutsch-Briten Charles Smethurst gegründete und geführte Dolphin Trust GmbH hat sich einen guten Ruf als Sanierer von denkmalgeschützten Immobilien erarbeitet. Das Unternehmen, das derzeit über ein Portfolio von rund 60 Immobilienprojekten mit einem Investitionsvolumen von etwa einer Milliarde Euro verfügen soll, schreibt entsprechend selbstbewusst: „Über 25 Jahre Erfahrung im Bauprojektmanagement und eine exzellente internationale Vernetzung mit führenden Experten der Bau- und Immobilienbranche machen uns zu dem, was wir sind: Spezialisten im Denkmalschutz. Unser Projektmanagement umfasst mehr als Entwurfsplanungen eines Architekten oder Projektierungen eines Grundstücks. Die gesamte Projektentwicklung erarbeiten wir Hand in Hand mit unseren Partnern und Kollegen und entwickeln erfolgreiche Strategien, um unsere Ziele zu erreichen. Unserer langjährigen internationalen Erfahrung verdanken wir unser exzellentes Netzwerk in die Planungs-, Baufinanzierungs- und Bauausführungsbranche.“ Vom Ankauf einer Immobilie über das Entwicklungskonzept und den Vertrieb bis zur Verwaltung biete man Investoren Rechtssicherheit, die Einhaltung von Kostenvorgaben, Cashflow-Planungen und Finanzierungsfristen sowie die Beachtung aller baulichen und technischen Standards.

Der Staat misst der Erhaltung von Kulturdenkmälern, wozu natürlich auch denkmalgeschützte Gebäude gehören, eine besondere Bedeutung bei. So heißt es in der hessischen Landesverfassung: „Die Denkmäler der Kunst, der Geschichte und Kultur sowie die Landschaft genießen den Schutz und die Pflege des Staates und der Gemeinden. Sie wachen im Rahmen besonderer Gesetze über die künstlerische Gestaltung beim Wiederaufbau der deutschen Städte, Dörfer und Siedlungen.“ Als Kulturdenkmal gilt ein Objekt, wenn aus künstlerischen, technischen, geschichtlichen oder städtebaulichen Gründen ein öffentliches Erhaltungsinteresse besteht. Ein so definiertes Kulturdenkmal sieht der Staat als besonders schutz- und förderungswürdig an.

Nach dem Immobilienumbau gemäß den strengen denkmalschutzrechtlichen Vorgaben findet eine Bauabnahme durch einen Architekten und einen Vertreter der Denkmalbehörde statt. Erst wenn sie feststellen, dass das Gebäude den Titel „Denkmal“ zu Recht trägt, gibt es eine Bescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt, mit der der Investor alle steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten nutzen kann. Förderfähig sind der eigentliche Immobilienkauf, die Sanierungskosten und der Erhaltungsaufwand. Neben Steuervorteilen für Erwerb und Instandsetzung von alten Mühlen, Schlössern, Fachwerkhäusern oder Kasernengebäuden wie im Falle Jüterbogs können Hilfsgelder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch genommen werden. Baudenkmalbesitzer profitieren so von zinsgünstigen Darlehen und Investitionszuschüssen für Einzelmaßnahmen, aber auch Komplettsanierungen gemäß dem „KfW-Effizienzhaus-Denkmal-Standard“. Durch diese staatlichen Hilfsmaßnahmen lassen sich unter Denkmalschutz stehende Gebäude noch renditeversprechender in Wohnimmobilien und damit in Kapitalanlagen umwandeln.

Bei Dolphin Trust verweist man auf seine landesweiten Aktivitäten auf diesem Gebiet: „Vom Schwarzwald im Süden bis zur Hansestadt Hamburg und Flensburg im Norden, von Köln und Baden-Baden im Westen bis nach Leipzig im Osten – überall prägen von uns rekonstruierte Denkmale die Stadtbilder und zeigen eindrucksvolle Baugeschichte. Wohnhäuser aus dem 18. Jahrhundert gehören dazu ebenso wie imposante, große Verwaltungsgebäude aus der Gründerzeit, historische Militäranlagen aus dem 19. und 20. Jahrhundert sowie stattliche Industriegebäude der jüngeren Vergangenheit.“ Immobiliensanierer Charles Smethurst teilte auf Nachfrage mit, dass er nicht nur Denkmal-Immobilien für Wohnzwecke nutzbar macht, sondern Baudenkmale auch um Neubauten erweitert. Sein Ehrgeiz ist es offenbar, Denkmalschutz und modernen Wohnkomfort zu verbinden und damit auch neue Anlagemöglichkeiten zu erschließen.

Letzte Änderung am Dienstag, 24 Juli 2018 18:27
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