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Wemding – Bei sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern bildet die gesetzliche Rente das Fundament der Altersvorsorge. In einer vitalen Erwerbsgesellschaft mit einer ausreichenden Anzahl jüngerer Beschäftigter funktioniert das Modell auch. Aufgrund der demografischen Entwicklung gehen in Deutschland aber viel mehr ältere Arbeitnehmer in Rente als jüngere nachkommen. Das heißt, dass in der gesetzlichen Rentenversicherung immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentenempfänger aufkommen müssen. „Um die jüngere Generation nicht zu überfordern, ist es deshalb unausweichlich, dass in Zukunft die Renten weniger stark steigen als bisher“, erklärt die Bundesregierung. Damit wird eine zusätzliche Vorsorge nötig, um auch im Alter den gewohnten Lebensstandard aufrechterhalten zu können. Immer mehr Arbeitnehmer verwenden deshalb Teile ihres Einkommens für die private Vermögensbildung. Um drohende Altersarmut abzuwenden, unterstützt der Staat verschiedene Finanzinstrumente, die neben der gesetzlichen Rente dem Aufbau von Versorgungsansprüchen dienen. Hier kommt vielfach die betriebliche Altersvorsorge (bAV) als Zusatzbaustein zur Altersabsicherung ins Spiel.

Wemding – Millionen Arbeitnehmer nutzen die Möglichkeit, ihre absehbar dürftige gesetzliche Rente durch eine betriebliche Altersversorgung (bAV) aufzustocken, die sie über ihren Arbeitgeber abschließen. Sie haben einen Anspruch auf Entgeltumwandlung, also darauf, dass ein Teil ihres Bruttoeinkommens für eine spätere Betriebsrente gespart wird. Die betriebliche Altersvorsorge wird vom Staat zudem durch die Riester­-Förderung finanziell unterstützt. Das seit Januar dieses Jahres geltende Betriebsrentenstärkungsgesetz verbessert die Förderung der bAV weiter. Mit dem Ansparen von Lohnbestandteilen für eine Betriebsrente, der finanziellen Unterstützung des Arbeitgebers und Steuervorteilen in der Ansparphase hoffen immer mehr Deutsche, sich ein finanzielles Polster für den Ruhestand aufbauen zu können.

Wemding – Obwohl die Angst der Deutschen vor Altersarmut groß ist, weil sie um die Dürftigkeit des gesetzlichen Rentenniveaus wissen, sorgen sie kaum privat für das Alter vor. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Fondsgesellschaft Fidelity International. Laut dieser Befragung wünschen sich 64 Prozent der Arbeitnehmer, dass ein Teil ihres Gehalts automatisch in eine betriebliche Altersversorgung (baV) umgewandelt wird. Bei diesem sogenannten „Opt Out“-Modell müsste der Arbeitnehmer aktiv widersprechen, damit es nicht zu dieser Gehaltsumwandlung kommt. Die „Wirtschaftswoche“ fasst diese demoskopischen Befunde so zusammen: „Zwei von drei Befragten möchten zu ihrem Glück gezwungen werden. Dabei geben in derselben Umfrage in etwa ebenso viele Arbeitnehmer an, sich gut über die betriebliche Altersvorsorge informiert zu fühlen. Offenbar wünschen sich also viele Deutsche eine Betriebsrente, kennen sich mit dem Thema auch aus – und werden doch nicht selbst tätig.“