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Wemding – Im Dezember 2016 beschloss das Bundeskabinett den Entwurf des Betriebsrentenstärkungsgesetzes. Damit brachte die Bundesregierung nach eigener Lesart „ein umfassendes Maßnahmenpaket zur weiteren Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (bAV)“ auf den Weg. Adressat der Maßnahmen waren insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie Beschäftigte mit geringem Einkommen. Für die Sozialpartner sollten die Hürden für branchenweite bAV-Modelle gesenkt werden, um neue Anreize zur größeren Einbeziehung von Beschäftigten zu setzen. Andrea Nahles als damalige Bundesministerin für Arbeit und Soziales war voll des Lobes: „Die Betriebsrente ist eine bewährte Form der Altersvorsorge. Es gibt sie bislang hauptsächlich in großen Unternehmen und zu wenige Beschäftigte mit geringeren Einkommen machen schon mit. Wir setzen nun starke Anreize, damit deutlich mehr Betriebe ihren Beschäftigten eine Altersvorsorge anbieten.“ Mit dem Sozialpartnermodell werde die Rolle der Tarifparteien bei der Organisation der betrieblichen Altersvorsorge gestärkt und ihnen ein Bündel zusätzlicher Fördermöglichkeiten geboten. Die betriebliche Altersversorgung werde mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz einfacher und attraktiver, so die Ministerin. „Angesichts des demografischen Wandels ist die zusätzliche private und betriebliche Altersvorsorge von immer größerer Bedeutung: Vorsorge heute ist zentral für eine Versorgung morgen. Dabei setzen noch zu wenige Menschen auf eine Betriebsrente“, ergänzte Wolfgang Schäuble als Bundesfinanzminister. „Wir bieten daher sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern zusätzliche Anreize, damit mehr Betriebsrenten abgeschlossen werden. Profitieren werden davon insbesondere die Beschäftigten in kleinen und mittleren Unternehmen sowie Geringverdiener. Dieses Angebot ist auch eine Reaktion auf die Herausforderungen aus dem aktuellen Niedrigzinsumfeld.“

Wemding – Millionen Arbeitnehmer nutzen die Möglichkeit, ihre absehbar dürftige gesetzliche Rente durch eine betriebliche Altersversorgung (bAV) aufzustocken, die sie über ihren Arbeitgeber abschließen. Sie haben einen Anspruch auf Entgeltumwandlung, also darauf, dass ein Teil ihres Bruttoeinkommens für eine spätere Betriebsrente gespart wird. Die betriebliche Altersvorsorge wird vom Staat zudem durch die Riester­-Förderung finanziell unterstützt. Das seit Januar dieses Jahres geltende Betriebsrentenstärkungsgesetz verbessert die Förderung der bAV weiter. Mit dem Ansparen von Lohnbestandteilen für eine Betriebsrente, der finanziellen Unterstützung des Arbeitgebers und Steuervorteilen in der Ansparphase hoffen immer mehr Deutsche, sich ein finanzielles Polster für den Ruhestand aufbauen zu können.

Wemding - Die betriebliche Altersversorgung (bAV) ist für die Gewerkschaften eine ganz wichtige Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung. Das unterstrich auch der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) Jörg Hofmann: „Die Betriebsrente ist eine anerkannte Sozialleistung. Für die Gewerkschaften bleibt die Betriebsrente das Mittel der Wahl der zusätzlichen Altersvorsorge, weil sie die Arbeitgeber einbezieht. Denn mit betrieblicher Altersvorsorge ist nicht gemeint: Der Arbeitgeber organisiert und der Arbeitnehmer zahlt. In tausenden Unternehmen der Metall und Elektroindustrie haben seit Jahrzehnten Arbeitgeber und Betriebsräte tragfähige Betriebsrentensysteme vereinbart. Das muss auch in Zukunft so bleiben.“

Wemding - Im Mai letzten Jahres meldete der „Spiegel“, dass Arbeitnehmer ab 2019 mit Zuschüssen ihrer Arbeitgeber rechnen können, wenn sie eine Betriebsrente abschließen und dafür die Möglichkeit der Entgeltumwandlung nutzen. Dem Nachrichtenmagazin zufolge hatten sich CDU, CSU und SPD darauf nach langem Streit über das Betriebsrentenstärkungsgesetz verständigt. Ab 2019 müssen alle Arbeitgeber Zuschüsse zur Betriebsrente in Höhe von 15 Prozent des Sparbeitrags leisten. Diese Zuschusspflicht gilt dann für alle Formen der Entgeltumwandlung und nicht nur für das Sozialpartnermodell, bei dem die Betriebsrenten von den Tarifparteien ausgehandelt werden.